Thailands Jurassic Park
Dinosaurier-Boom in Thailand: Paläontologen haben im Nordosten des Landes bedeutende Fossilien entdeckt. Die Funde helfen dabei, evolutionäre Lücken der Erdgeschichte zu schließen - und könnten den Tourismus fördern.

Sensationelles Skelett
Schau mir in die Augen(höhlen), Kleines: Das Skelett eines Nagatitan chaiyaphumensis ist im Thainosaur-Museum in Bangkok zu sehen. Die pflanzenfressenden Langhals-Sauropoden gelten als die größten jemals in Südostasien entdeckten Dinosaurier: Sie wurden rund 27 Meter lang und wogen 27 Tonnen - so viel wie neun ausgewachsene asiatische Elefanten.
Umfangreiche Untersuchung
Die Knochen des riesigen Pflanzenfressers wurden bereits vor zehn Jahren im Nordosten Thailands gefunden, mussten jedoch zunächst erforscht und verifiziert werden, bevor die Forschenden sie eindeutig bestimmen konnten. So wurde der Nagatitan chaiyaphumensis erst im Mai 2026 nach einer Veröffentlichung im Fachjournal Scientific Reports offiziell wissenschaftlich anerkannt.
Fossilien-Fülle
Die Ausgrabungsstätte im Nationalpark Phu Wiang: Im Nordosten Thailands werden die meisten Dinosaurier-Fossilien entdeckt - deshalb wird die Region scherzhaft als "Thailands Jurassic Park" bezeichnet. Sie sei wegen ihrer geologischen Beschaffenheit prädestiniert für Dinosaurierfunde, erklärt Thitiwoot Sethapanichsakul vom University College London.
Grandiose Gebeine
2023 beschreiben Forschende erstmals diesen Minimocursor phunoiensis: Die Überreste des Pflanzenfressers wurden an der Fundstelle Phu Noi im Nordosten Thailands entdeckt. Es gilt als eines der am besten erhaltenen Dinosaurierskelette, die je in Südostasien gefunden wurden. Im Juli 2026 wurde außerdem der Uragasaurus identifiziert - der erste Dinosaurier seiner Art in Thailand.
"Wir schließen eine Lücke"
Viele der thailändischen Funde stammen aus dem Übergangsbereich zwischen Jura und Kreidezeit vor etwa 140 Millionen Jahren und geben wichtige Hinweise auf die Evolution der Dinosaurier. "Der zeitliche Rahmen unserer Entdeckungen schließt eine geologische Lücke in den Funden anderer Länder", erklärt Paläontologe Suravech Suteethorn von der thailändischen Mahasarakham-Universität.
Fossile Familientradition
Gemeinsam mit seinem Vater Varavudh legt Suravech Suteethorn den riesigen Hals eines Fossils in Thailands "Jurassic Park" frei; die beiden Paläontologen hoffen, dass es sich bei den Knochen um eine weitere neue Dinosaurierart in Thailand handelt. "Unsere lokalen Dinosaurier sind wie fehlende Puzzleteile, die dabei helfen, evolutionäre Zusammenhänge zu klären", so Suravech Suteethorn.
Reptilien-Ritt
Kinder lieben Dinos - für diese Schülerinnen und Schüler dürfte der Besuch des Phu Wiang-Dinosaurier-Museums in Khon Kaen ein Highlight sein. Im Nordosten Thailands erhofft man sich auch wirtschaftliche Vorteile von den Ausgrabungen: Die überwiegend ländliche Region zählt historisch gesehen zu den ärmsten des Landes - die Entdeckungen fördern den aufkeimenden Dinosaurier-Tourismus.
Komplizierte Kapitalbeschaffung
Trotz der sensationellen Funde und des öffentlichen Interesses bleibt die Finanzierung der Paläontologie in Thailand begrenzt. Forschungsexpeditionen in abgelegene Gebiete sind häufig kostspielig. "Hier liegen viele Fossilien verborgen, die darauf warten, von uns freigelegt zu werden“, sagt Suravech Suteethorn. Es sei jedoch sehr schwierig, finanzielle Unterstützung der Regierung zu bekommen.