Die Literaturnobelpreisträger der vergangenen 10 Jahre
Sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Vom Folk-Rocker bis zur Lyrikerin, von der Romanautorin bis zum Dramatiker: Beim Literaturnobelpreis ist alles dabei.

2025: László Krasznahorkai
Er zählte seit Jahren zu den Favoriten, 2025 war es soweit: Der gebürtige Ungar, der auch einen deutschen Pass besitzt, wurde für sein "überwältigendes und visionäres Werk" geehrt, so die Aussage der Schwedischen Akademie in Stockholm. Vielen Experten gilt László Krasznahorkai als der bedeutendste ungarische Autor der Gegenwart.
2024: Han Kang
Zum ersten Mal geht der Literaturnobelpreis nach Südkorea. Die Auszeichnung für die Schriftstellerin Han Kang kam für viele überraschend, hatten im Vorfeld doch vor allem Namen wie Can Xue, Anne Carson, Salman Rushdie und Haruki Murakami als aussichtsreiche Kandidaten gegolten.
2023: Jon Fosse
Ihn hatten 2023 wenige so richtig auf dem Schirm, obwohl er eigentlich zum Favoritenkreis zählte: Jon Fosse. Der Norweger ist einer der renommiertesten Autoren seines Landes und hat auch international eine treue Leserschaft. Der zu dem Zeitpunkt 64-Jährige lebt in der staatlichen Künstlerresidenz Grotten nahe dem Osloer Königsschloss.
2022: Annie Ernaux
Der Nobelpreis für Literatur 2022 ging an die Französin Annie Ernaux. Die Autorin, die 1940 in der Normandie geboren wurde und in einfachen Verhältnissen aufwuchs, hat ihr Leben und ihre Herkunft in vielen ihrer Bücher autobiografisch verarbeitet. Ihr Werk kreist immer wieder um Erinnerung, soziale Herkunft, Geschlechterrollen und persönliche Erfahrungen.
2021: Abdulrazak Gurnah
Der Überraschungsgewinner des Jahres 2021 war der tansanische Schriftsteller Abdulrazak Gurnah. Er wuchs auf Sansibar auf und floh Ende der 1960er-Jahre nach Großbritannien. Obwohl Swahili seine Muttersprache ist, verfasst er seine Werke auf Englisch. Sein Roman "Das verlorene Paradies" (Paradise, 1994) machte ihn international bekannt.
2020: Louise Glück
Die 2023 verstorbene US-amerikanische Dichterin und Essayistin hatte vor dem Nobelpreis in ihrer Heimat bereits viele Auszeichnungen erhalten, darunter den Pulitzer-Preis, den National Book Award sowie die National Humanities Medal, die ihr 2016 von Barack Obama überreicht wurde. Zu ihren bekanntesten Werken zählen "The Triumph of Achilles" (1985) und "The Wild Iris" (1992).
2019: Peter Handke
Der Österreicher wurde mit experimentellen Theaterstücken wie seiner "Publikumsbeschimpfung" von 1966 bekannt. Außerdem schrieb er gemeinsam mit Wim Wenders Drehbücher, darunter "Der Himmel über Berlin". Die Auszeichnung Handkes war wegen seiner Haltung zu den Jugoslawien-Kriegen umstritten. Zudem hatte er 2014 die Abschaffung des Literaturnobelpreises gefordert und ihn als "Zirkus" bezeichnet.
2018: Olga Tokarczuk
Die polnische Schriftstellerin erhielt den Nobelpreis 2018 eigentlich erst 2019 - da die Verleihung nach allerlei Skandalen in der den Preis vergebenden Schwedischen Akademie um ein Jahr verschoben wurde. Die zweifache Gewinnerin des Nike-Preises, dem wichtigsten polnischen Literaturpreis, wurde 2010 schon für ihren Roman "Flights" ("Unrast") mit dem Man Booker International Prize geehrt.
2017: Kazuo Ishiguro
Der in Japan geborene britische Romancier, Drehbuchautor und Verfasser von Kurzgeschichten wurde 2017 ausgezeichnet. Kazuo Ishiguros bekanntester Roman "Was vom Tage übrig blieb" ("The Remains of the Day") aus dem Jahr 1989 wurde mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle verfilmt. Ishiguros Werke beschäftigen sich mit Erinnerung, Zeit und Selbsttäuschung.
2016: Bob Dylan
Der US-amerikanische Singer-Songwriter erhielt die Auszeichnung 2016 für seine "poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Gesangstradition" hieß es bei der Bekanntgabe des Preises. In den 1960er-Jahren begann seine Karriere als Folksänger, im Zuge der Protestbewegungen avancierte er an der Seite von Joan Baez zur Ikone der Hippie- und Bürgerrechtsbewegung in den USA.