Land unter in Thailand
Thailand kämpft noch immer mit den Folgen der Hochwasserlage. Nach Angaben des Katastrophenschutzes sind 26 Provinzen und 3,5 Millionen Menschen betroffen.

Zehn Tage lang unter Wasser
Ende September fielen in Bangkok innerhalb von zwei bis drei Tagen rund 320 Millimeter Regen, fast so viel wie sonst in einem ganzen Monat. Das Entwässerungssystem war hoffnungslos überfordert. Im Großraum Bangkok sind rund 329.000 Haushalte betroffen.
Mit Plastikbooten durch die Straßen
Vor allem tiefer gelegene Viertel im Osten der Hauptstadt waren betroffen. Die Siedlung Rom Klao stand zehn Tage lang unter Wasser. Wer seine Wohnung verlassen wollte, musste hüfttief durch das Wasser waten oder mit Plastikbooten durch überflutete Straßen schaukeln.
Angst im Tempelviertel Wat Anongkharam
Vielerorts kritisieren Anwohner verspätete Warnungen und Hilfe seitens der Behörden. Somporn Sae-Ngow im Tempelviertel Wat Anongkharam ist eine der Betroffenen. Die 65-Jährige lebt allein und leidet an einem Lymphom im Endstadium.
Wasser sinkt wieder
Als das Wasser vor mehr als einer Woche stieg, saß sie hilflos in ihrem Haus. "Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass ich hier sterben würde", erzählt sie. Ihr Zimmer ist inzwischen wieder trocken, vor der Tür steht das Wasser noch.
Lebensmittel für Bedürftige
In der flussnahen Siedlung Wat Anongkharam schieben Somphan Somthong und Benja Pingmueangnucha ihr Boot durch die überfluteten Gassen, um Bedürftige mit Lebensmitteln zu versorgen, die sie vom Tempel erhalten.
Hunderte feststeckende Autos
Rojanasak Wichuma und sein Team sind aus der nordöstlichen Provinz Surin nach Bangkok gekommen, um mit ihrem Traktor feststeckende Autos zu bergen. Arbeit gab es genug: "Heute haben wir bereits sieben Fahrzeuge freigeschleppt", sagte er am Sonntagabend der DW.
Eine langsam versinkende Stadt
Bangkok liegt auf den weichen Sedimenten des Chao-Phraya-Deltas und ist zudem sehr flach. Gleichzeitig sinkt die Stadt jährlich um rund einen Zentimeter, während der Meeresspiegel steigt. Große Teile Bangkoks liegen nur ein bis zwei Meter über dem Meer.
Verspätete Warnungen
Viele fühlen sie sich mit den Wassermassen alleingelassen und bemängeln, dass die Stadt nicht ausreichend auf Überschwemmungen vorbereitet ist. Bangkoks Bürgermeister Chadchart Sittipunt hat sich inzwischen bei seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern entschuldigt. Er räumte ein, dass das Krisenmanagement mangelhaft war und gelobte Besserung.