Mexiko: Tanz der Totenköpfe
Am Día de Muertos, dem Tag der Toten, ehren Mexikanerinnen und Mexikaner ihre Verstorbenen mit geschmückten Gräbern und bunten Paraden. Den diesjährigen Umzug in Mexiko-Stadt verfolgten 1,6 Millionen Menschen.

Prachtvolle Parade
Festlich geschmückte Wagen und Tausende kostümierte Menschen ziehen anlässlich des "Tages der Toten" durch die Innenstadt von Mexiko-Stadt, begleitet von zahlreichen Musikgruppen. Rund 1,6 Millionen Zuschauer verfolgten die Parade, wie die Verwaltung der mexikanischen Hauptstadt mitteilte.
Statue der Superlative
Auf dem zentralen Zócalo-Platz wurde eine mehr als 30 Meter hohe "La Catrina"-Skulptur aufgestellt. Die elegant gekleidete weibliche Skelettfigur mit Hut steht für die Gleichheit im Tod - unabhängig von Status und Reichtum. Geschaffen wurde La Catrina Anfang des 20. Jahrhunderts vom mexikanischen Karikaturisten José Guadalupe Posada und ist mittlerweile zum Symbol des Día de Muertos geworden.
Trommeln für die Toten
Die Straßenparade ist ein Touristenmagnet, entstand aber erst vor zehn Jahren. Inspiriert wurde sie von einer Szene aus dem James-Bond-Film "Spectre": Darin läuft der britische Agent durch einen solchen Umzug in Mexiko-Stadt - in der Realität gab es bis dahin gar keine Parade. Der damalige Bürgermeister Miguel Ángel Mancera organisierte daraufhin 2016 den ersten Umzug.
Farbenfrohes Fest
Der Tag der Toten ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage und findet traditionell vom 31. Oktober bis zum 2. November statt. Er verbindet indigene Bräuche aus vorkolonialer Zeit mit den katholischen Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen. Dem Glauben nach kehren die Seelen der Verstorbenen am Tag der Toten für eine kurze Zeit zu ihren Verwandten auf die Erde zurück.
Wohlriechender Wegweiser
Blumen spielen dabei eine zentrale Rolle, insbesondere die in kräftigem Orange oder warmen Gelbtönen leuchtende Studentenblume, in Mexiko Cempasúchil genannt. Die Blume symbolisiert die Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten: Ihr starker Duft soll den Verstorbenen den Weg zurück in die Welt der Lebenden weisen.
Toller Totenkopf
Der genaue Ursprung des Día de Muertos ist nicht bekannt - seine Wurzeln reichen jedoch zurück in die Zeit der Maya und Azteken. 2008 wurde die indigene Festtradition von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Fröhliche Folklore
Entgegen der westlichen, oft sehr traurigen Trauerkultur ist der Tag der Toten in Mexiko ein farbenfrohes, lebendiges Volksfest: Familien schmücken zu Hause Altäre und so wie hier die Gräber ihrer Liebsten auf dem Friedhof mit Girlanden, Bildern und Opfergaben. Der Tod wird hier nicht als das Ende verstanden, sondern als ein natürlicher Teil des Lebenskreislaufs.
Theatralischer Totentanz
Der Día de Muertos hat sich in den vergangenen Jahrzehnten weit über die Grenzen Mexikos hinaus verbreitet: Angetrieben durch Migration, Popkultur und globale Medien hat sich das Fest zu einem internationalen Kulturphänomen entwickelt. In vielen lateinamerikanischen Ländern werden zur selben Zeit ähnliche Totenfeste mit indigenen Wurzeln gefeiert.
Erfolgreiches Exportgut
Vor allem in den USA ist das Fest durch die große mexikanisch-stämmige Bevölkerung fest in der Kultur verankert, oft mit Halloween vermischt. So spielen mexikanische Einflüsse und Motive wie Catrina-Verkleidungen auch eine zentrale Rolle bei der NYC Village Halloween Parade, dem größten Halloween-Umzug der Welt.