Peruanisches Frauengefängnis im "Papst-Modus"
Vor dem Besuch von Papst Leo in Peru laufen im Frauengefängnis Chorrillos die Nähmaschinen auf Hochtouren. Denn trotz einer bevorstehenden Lungenoperation will Leo an seiner Südamerikareise festhalten.

Papst Leo allgegenwärtig
Im Frauengefängnis Chorrillos in Perus Hauptstadt Lima ist Papst Leo XIV. derzeit allgegenwärtig. In geschäftiger Atmosphäre fertigen die Insassinnen der Haftanstalt Halsketten, Ohrringe und niedliche Stoffpuppen des katholischen Kirchenoberhauptes.
In Haft handgemacht
Die handwerkliche Arbeit ist Teil des Resozialisierungsprogramms "Produktive Gefängnisse" in Peru. Das Projekt soll die Wiedereingliederung der Frauen nach der Haftentlassung fördern. "Im Moment sind wir im Papst-Modus", sagt eine der Gefangenen. Die Souvenirs von Papst Leo entstehen im Vorfeld seiner Südamerikareise vom 6. bis 17. November.
Besondere Beziehung zu Papst Leo
Für viele gläubige Peruanerinnen und Peruaner hat der Besuch des Papstes eine besondere Bedeutung. Zwar wurde Papst Leo in den USA als Robert Prevost geboren, jedoch war er vor seiner Berufung nach Rom jahrzehntelang als Missionar und Bischof in Peru tätig. Er besitzt zudem die peruanische Staatsbürgerschaft.
Abwechslung hinter Gittern
Im Alltag des Hochsicherheitsgefängnisses Chorrillos sorgt die kreative Arbeit für Abwechslung. Für die Insassinnen bedeutet das Projekt zudem die Möglichkeit, ihre Familien und Kinder finanziell zu unterstützen. Die gefertigten Schmuckstücke und Stoffpuppen werden außerhalb der Haftanstalt an peruanische Papstfans verkauft.
Peru letzte Etappe von Papst Leos Südamerika-Reise
"Es lenkt mich ab und bringt mir Dinge bei, die ich vorher nicht konnte", erzählt eine Kolumbianerin, die seit sechs Jahren inhaftiert ist. Zwischen Stoffresten und Garnrollen arbeiten knapp 80 Frauen an den Souvenirs für den Papstbesuch. Peru ist nach Uruguay und Argentinien die letzte Etappe von Papst Leo auf seiner Reise durch Südamerika.
Ein Segen für den Neuanfang
Die Direktorin der Haftanstalt, Doris Nakandakari, ist überzeugt, dass finanzielle Hilfe und berufliche Perspektiven für die meisten Frauen nur einen Teil der Motivation ausmachen. "Ihr größter Wunsch ist es, dass der Papst sie besucht, ihnen seinen Segen gibt und die Kraft, ihren Weg weiterzugehen", sagt sie.