München im Wiesn-Fieber
Hunderttausende Besucher, volle Bierzelte und ein Schreckmoment am Fahrgeschäft: Das Oktoberfest ist mit großem Andrang und erhöhten Sicherheitsvorkehrungen gestartet.

Höhenflug auf der "Wiesn"
"O'zapft" heißt es wieder in München: Das 191. Oktoberfest ist am Wochenende mit knapp 450.000 Besuchern am ersten Tag gestartet. Wiesn-Chef Christian Scharpf sprach von einem "Bilderbuchstart". Mit seinen Fahrgeschäften und Festzelten zieht das weltbekannte Volksfest jährlich mehr als sechs Millionen Besucher auf die "Wiesn", die Theresienwiese in München.
Feiern im Festzelt
Friedlich und ausgelassen feierten Hunderttausende den Auftakt des Volksfestes. Bereits am ersten Tag drängten sich die Besucher auf dem Festgelände, mehrere Zelte mussten bereits am Nachmittag wegen Überfüllung vorübergehend schließen. Einige Wiesn-Gäste harrten schon in der Nacht vor den Eingängen aus, um sich bei der Öffnung des Geländes einen der begehrten Plätze in den Festzelten zu sichern.
Hunderte Polizisten im Einsatz
Nach Überfüllung und gefährlichen Situationen im Vorjahr wurde das Sicherheitskonzept der Wiesn verschärft. Eine zentrale Leitstelle überwacht die Besucherströme mit 50 KI-gestützten Kameras, um kritische Menschenansammlungen frühzeitig zu erkennen. Rund 600 Polizisten und mehrere Hundert Ordner sind im Einsatz. Auch auf mögliche Drohnenvorfälle ist die Polizei vorbereitet.
Auszeit mit Akrobatik
Zehntausende Zuschauer säumten die Straßen zum traditionellen Trachten- und Schützenumzug. Das farbenfrohe Spektakel mit Schützen, Musikkapellen, Spielmannszügen, Akrobaten und festlich geschmückten Brauereigespannen führt jedes Jahr am zweiten Wiesn-Tag mit mehr als 9000 Teilnehmern durch München.
In Dirndl und Lederhosen
In Dirndl und Lederhosen gekleidete Besucher heben Bargeld für ihren Oktoberfestbesuch ab. Für den Zugang zum Festgelände und zu den Festzelten wird zwar kein Ticket benötigt. Beliebte Zelte sind jedoch vor allem am Wochenende schnell überfüllt. Wer einen der begehrten Tische reservieren möchte, muss meist einen Mindestverzehr von mehreren Hundert Euro pro Tisch einplanen.
Ein Herz für alle
Seit Jahrzehnten gehört der Rosa Sonntag im Festzelt "Bräurosl" zu den festen Traditionen des Oktoberfests und zieht vor allem schwule Männer an. In diesem Jahr soll das Festzelt ein breiteres queeres Publikum ansprechen: Rund 700 Frauen feiern dort erstmals ein eigenes Event. Die Veranstaltung soll mehr Sichtbarkeit schaffen und einen zusätzlichen Raum für queere Begegnungen auf der Wiesn bieten.
Festbier nach Spezialrezept
Für viele Wiesn-Besucher ist das goldgelbe Festbier mit rund sechs Prozent Alkohol die Hauptattraktion. Sechs Münchner Traditionsbrauereien schenken eigens gebrautes Bier aus. Jährlich werden auf der Wiesn rund sieben Millionen Liter konsumiert. Der hohe Alkoholkonsum hat Folgen: Mehr als ein Drittel der Einsätze der Sanitätswache im vergangenen Jahr standen im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch.
Panne im "Predator"
Für einen Schreckmoment sorgte zur Eröffnung eine Panne am Fahrgeschäft "Predator": Fahrgäste hingen kurzzeitig kopfüber fest. Nach Angaben des Betreibers dauerte die Evakuierung nur wenige Minuten, anschließend konnten die Besucher sicher aus der Anlage gebracht werden. Ausgelöst wurde der Zwischenfall vermutlich durch einen Sensorfehler, der das Fahrgeschäft automatisch stoppte.