Ältere Menschen in Südkorea machen sich digital fit
In Südkorea entdecken Seniorinnen und Senioren mit Neugier und Spaß die digitale Welt. In speziellen Kursen lernen sie den Umgang mit Apps, Kioskautomaten und künstlicher Intelligenz.

Den Alltag meistern
Südkorea gilt als eines der am stärksten digitalisierten Länder der Welt. Doch für viele ältere Menschen wird der Alltag dadurch schwieriger: Smartphone-Apps, digitale Bezahlsysteme und Selbstbedienungsterminals stellen sie vor ungewohnte Hürden. Mit speziellen Schulungen versucht das Land, die wachsende digitale Kluft zwischen den Generationen zu überbrücken.
Neues Lernen
Altersunterschiede bei der digitalen Kompetenz sind weltweit ein Problem. In Südkorea, einem hypervernetzten und zugleich schnell alternden Land, ist die Kluft besonders groß. "Ohne PC oder Smartphone-Apps kann man fast nichts mehr machen. Das kann ältere Menschen schon mal überfordern“, sagt eine 79-jährige Teilnehmerin der staatlich organisierten Schulung für den digitalen Alltag.
Spielerisch ans Ziel
Bei den Schulungen lernen ältere Menschen den Umgang mit Apps, Computern & Co. Hier spielt eine Seniorin in einem Altenheim in Suwon eine Partie Gomoku gegen einen Roboter - gewonnen hat, wer als erstes fünf Steine in einer Reihe platziert hat. Auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen - und den haben die älteren Damen dabei sichtlich.
Digitale Sicherheit
Die digitale Kluft kann für ältere Menschen auch zur Gefahr werden. Experten warnen vor einem erhöhten Risiko für Online-Betrug und vor Problemen beim Zugang zu medizinischen Angeboten. Laut einer staatlichen Erhebung haben 60 Prozent aller Südkoreaner über 60 Jahren Schwierigkeiten mit digitalen öffentlichen und kommerziellen Diensten - bei den unter 40-Jährigen sind es nur sechs Prozent.
Digitaler Durchblick
Eine Kursteilnehmerin testet zum ersten Mal eine KI-Brille. Die digitale Kluft zwischen den Generationen ist in Südkorea besonders groß. Experten führen dies auch auf die rasante Industrialisierung des Landes zurück, die sich innerhalb weniger Jahrzehnte vollzog. Aus einem vom Krieg gezeichneten Entwicklungsland wurde so eine der größten und modernsten Volkswirtschaften der Welt.
Ei, Robot!
Am Ende des Kurses haben die älteren Damen gelernt, mit einem Roboterhund zu interagieren, Krankenhausrechnungen an Übungsautomaten zu bezahlen und ihr Smartphone nach dem Wetter zu fragen. Die Trainings stärken ihr Selbstvertrauen - dennoch beneiden viele der Teilnehmerinnen die jüngere Generation um deren Leichtigkeit im Umgang mit der Technik.