Gaza: Taekwondo-Training im Kriegsgebiet
Trotz der Zerstörung im Gazastreifen unterrichtet Mahmoud Abdullah al-Kronz palästinensische Jugendliche in Taekwondo. Der Kampfsport soll ihnen eine kurze Auszeit vom Krieg und ein Stück Normalität schenken.

Sporthalle im Wohnzimmer
Der Krieg in Gaza geht ins vierte Jahr. Das Taekwondo-Training von Mahmoud Abdullah al-Kronz wurde immer wieder unterbrochen. Nun findet es wieder statt - in den Überresten seines Hauses in Nuseirat, südlich von Gaza-Stadt. Ein Großteil der Sportinfrastruktur sei zerstört oder beschädigt worden, erklärt er. Deshalb habe das Training drei Jahre lang nicht stattfinden können.
Training in Trümmern
Vor dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 hätten er und sein Team sich auf internationale und arabische Wettkämpfe vorbereitet, berichtet al-Kronz. Mit Beginn der israelischen Vergeltungsangriffe mussten sie das Training einstellen. Mitglieder der Sportgemeinschaft seien getötet oder verletzt worden, andere hätten Gaza verlassen oder aus finanzieller Not eine Arbeit aufnehmen müssen.
Hoffnung für den sportlichen Nachwuchs
Trotz der schwierigen Bedingungen trainieren Mädchen und Jungen inzwischen wieder gemeinsam Taekwondo. "Wir haben einen Raum geschaffen, in dem wir mit den einfachsten Mitteln trainieren können. Ich hoffe, dass sich die Lage in naher Zukunft verbessert und wir eine Sporthalle einrichten können", sagt der Trainer.
Es geht weiter - unter freiem Himmel
Bis sich der Traum von einer eigenen Sporthalle erfüllt, wird weiterhin auch unter freiem Himmel trainiert. Al-Kronz hofft, mit seinen Athleten eines Tages wieder an internationalen Wettkämpfen teilnehmen zu können.
Sport als Halt in schweren Zeiten
Die 14-jährige Gazal Mahmoud el-Karnuz trainierte früher im Al-Aqsa-Sportverein. Aufgrund der Schäden und der eingeschränkten Transportmöglichkeiten musste sie das Training jedoch zu Hause fortsetzen. "Der Krieg hat alle meine Träume zerstört. Doch trotz der schwierigen Bedingungen und des Mangels an Ressourcen möchte ich den Sport, den ich liebe, weiterhin ausüben", sagt sie.
Mehr Chancen für junge Sportler
"Ich liebe das Leben, und ich liebe Taekwondo", sagt die talentierte Schülerin. Sie wünscht sich bessere Trainingsmöglichkeiten für junge Sportlerinnen und Sportler, um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Ihr Ziel sei es, eine erfolgreiche Sportlerin zu werden und die Palästinensischen Gebiete bei internationalen Wettkämpfen zu vertreten.
Gedenken an die Opfer des Krieges
Der Krieg hat nicht nur das Leben der Menschen im Gazastreifen verändert, sondern auch die sportlichen Strukturen und Trainingsmöglichkeiten schwer getroffen. Nach Angaben palästinensischer Sportverbände wurden seit Oktober 2023 mehr als 1000 Mitglieder der Sportgemeinschaft im Gazastreifen getötet.