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COP17 in Eriwan: Deutschland bleibt größter Geldgeber beim Naturschutz

31. Oktober 2026

Der Bundesumweltminister verweist auf "Bremser" bei der UN-Biodiversitätskonferenz in Armenien. Doch die Bundesrepublik lasse sich dadurch nicht beirren. Auch Umweltschützer sehen "mehr Süßes als Saures".

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Blick von hinten auf das Publikum, das auf einer großen Bildschirmwand zwei Hände sieht, deren Daumen einander berühren und deren Zeigefinger nach oben weisen, wo man Baumkronen erkennt, daneben das Logo der COP17
"Bemerkenswerte Dinge" oder "verpasste Chancen"? Die Ergebnisse der UN-Biodiversitätskonferenz 2026 werden unterschiedlich bewertet Bild: Chen Junfeng/Xinhua/picture alliance

Bundesumweltminister Carsten Schneider hat zum Abschluss der UN-Weltnaturkonferenz im armenischen Eriwan die Bedeutung von weltweitem Naturschutz betont. "Wir können es uns nicht leisten, mit unseren Lebensgrundlagen achtlos umzugehen", erklärte Schneider. Die Verhandlungen seien teils zäh, aber jeder Mühe wert gewesen, so der SPD-Politiker.

Die europäischen Staaten hätten "geschlossen und stark für die Natur verhandelt". Es habe jedoch "Bremser" gegeben, die weniger Verantwortung übernehmen wollten, sagte Schneider - dies gelte auch in finanzieller Hinsicht. Deutschland indes bleibe größter Geber beim internationalen Naturschutz. "Wir werden unser Engagement für den Ausbau von Schutzgebieten an Land und auf See fortsetzen."

23 Ziele

Die UN-Biodiversitätskonferenz (COP17) war an diesem Samstagvormittag nach zweiwöchigen, zähen Verhandlungen zu Ende gegangen. Die Vertreter der fast 200 Vertragsstaaten des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt vereinbarten weitere Maßnahmen zum Schutz des Ökosystems. Insgesamt geht es um 23 Ziele, die sich die Staaten im Weltnaturabkommen von 2022 gesetzt hatten.

Brasilien Manaus 2023 | Blick über das Kronendach des Adolpho Ducke Waldreservats im Amazonasgebiet
Blick über das Kronendach des Adolpho-Ducke-Waldreservats im Amazonasgebiet (Archivbild)Bild: G&M Therin-Weise/robertharding/picture alliance

Der genaue Wortlaut der Abschlusserklärung ist noch unklar. Nach Angaben von Greenpeace ist unter anderem geplant, schädliche Subventionen umzuwidmen und mehr Mittel für ökologische Maßnahmen bereitzustellen. Zudem sollen Klima- und Umweltschutz besser verzahnt werden.

30 Prozent

In einem Entwurf wurden die Staaten aufgefordert, ihre Bemühungen zu beschleunigen, um dem Verlust der biologischen Vielfalt zu verhindern. Die Vereinten Nationen hatten zuvor konstatiert, die internationale Gemeinschaft hinke bei fast allen ökologischen Zielen hinterher, etwa beim angestrebten Schutz von mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen bis 2030.

Brasilien 2025 | Goldenes Löwenäffchen auf einem Baum
Goldenes Löwenäffchen - eine stark gefährdete Primatenart (Archivbild)Bild: Jürgen & Christine Sohns/imageBROKER/picture alliance

Von Umweltschützern und Politikern kam verhaltenes Lob, aber auch Kritik an den Beschlüssen. Die Einigung sei "nicht besonders aufregend oder detailliert", sagte Catherine Weller von der Organisation Fauna & Flora der Nachrichtenagentur AFP. Dass die Staaten überhaupt eine Verständigung erzielt hätten, sei jedoch eine gute Nachricht. Heike Vesper vom World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) sagte in Anspielung auf eine Formel, die an diesem Halloween-Tag noch öfter zu hören sein wird, es gebe "insgesamt mehr Süßes als Saures".

Costa Rica | Bedrohte Wildtiere in Lateinamerika | Mittelamerikanischer Tapir in Grünlandschaft
Auch der Mittelamerikanische Tapir wird von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet eingestuftBild: Judit Alonso Gonzalbez/DW

UN-Biodiversitätschefin Astrid Schomaker zeigte sich zufrieden. Auf dem Gipfel seien einige "bemerkenswerte Dinge" erreicht worden; Einigungen in allen Punkten habe sie nicht erwartet. "Das war nicht der Plan", fügte Schomaker hinzu.

Die französische Umweltministerin Monique Barbut erklärte hingegen, die Beschlüsse seien "eine Reihe verpasster Chancen". Die Natur könne ungeachtet des geringen Tempos der Verhandlungen nicht warten.

55 Stimmen

Die UN-Weltnaturkonferenz findet alle zwei Jahre statt. Bei der Wahl des Gastgebers für die COP18 setzte sich Ecuador in geheimer Abstimmung mit 55 zu 53 Stimmen knapp gegen Panama durch. Das nächste Treffen findet demnach 2028 in Quito statt.

jj/wa (dpa, afp, kna)